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Akuthilfe bei Stalking

15.05.2017 Stalking

Sie werden von einem Stalker verfolgt und belästigt? Damit sind Sie nicht allein: 2016 gab es laut Polizeilicher Kriminalstatistik 19.704 Stalking-Fälle in Deutschland. Auch wenn sich Ihre Situation erst einmal ausweglos anfühlt, gibt es doch Verhaltenstipps, die im Ernstfall entscheidend sein können.

 

So schützen Sie sich vor dem Stalker

Für den akuten Notfall gibt die Kriminalprävention der Länder und des Bundes folgende Ratschläge:


  • Machen Sie dem Stalker sofort und unmissverständlich klar, dass Sie keinerlei Kontakt mehr wünschen. Bleiben Sie konsequent.
  • Öffentlichkeit kann Sie schützen: Informieren Sie Ihr gesamtes Umfeld, zum Beispiel Ihre Familie, Freunde, Arbeitskollegen und Nachbarn, wenn Sie Opfer eines Stalkers geworden sind.
  • Bei einer akuten Bedrohung, zum Beispiel wenn der Stalker Sie verfolgt, in Ihre Wohnung eindringt, ein Angriff bevorsteht, alarmieren Sie die Polizei über den Notruf 110. 
  • Verfolgt Sie ein Stalker im Auto, fahren Sie zur nächsten Polizeidienststelle. 
  • Dokumentieren Sie alles, was der Stalker schickt, mitteilt oder unternimmt in einem Kalender, damit Sie – falls erforderlich – Fakten und Beweismittel haben.
  • Persönliche Daten gehören nicht in den Hausmüll! Gehen Sie sorgsam mit Unterlagen um, auf denen sich Ihre persönlichen Daten befinden (zum Beispiel Briefpost, Katalogsendungen, Werbebroschüren, Zeitschriften-Abonnements).
  • Lassen Sie sich bei Telefonterror oder anderen Stalking-Handlungen, zum Beispiel Cyber-Stalking via PC, zu technischen Schutzmöglichkeiten wie geheimen Rufnummern, Fangschaltung, Anrufbeantworter, Zweitanschlüsse oder E-Mail-Adresse beraten.
  • Sie sind nicht allein: Wenden Sie sich an eine Opferhilfeeinrichtung.
  • Teilen Sie Personen Ihres Vertrauens Ihre Sorgen und Ängste mit. Scheuen Sie sich nicht, bei Gesundheitsproblemen ärztliche und/oder psychotherapeutische Hilfseinrichtungen aufzusuchen.
  • Es hilft, Anzeige bei der Polizei zu erstatten! Von wenigen Ausnahmen abgesehen, hat sich gezeigt, dass vor allem schnelles und konsequentes Einschreiten der Polizei gegen den Stalker Wirkung zeigt und die Belästigungen nach einer Anzeige häufig aufhören.
  • Um sich vor Stalking zu schützen, können Sie beim Familiengericht eine „Einstweilige Verfügung/Schutzanordnung“ nach dem Gewaltschutzgesetz beantragen.


Besserer Schutz für Stalking-Opfer

Im Frühjahr 2007 ist der § 238 StGB „Nachstellung“ in Kraft getreten. Er stellt Stalking unter Strafe. Seit Ende 2016 gibt es eine Gesetzesnovelle, dank derer Täter in Deutschland schneller verurteilt werden sollen. Bis zu diesem Zeitpunkt musste nachgewiesen werden, dass das Leben des Opfers durch die Handlungen des Stalkers stark beeinträchtigt ist. So musste zum Beispiel unter Umständen erst der Umzug in eine andere Wohnung stattfinden, bevor ein Opfer ernstgenommen wurde. Dank der Neuerung im Gesetz stehen die Taten des Stalkers jetzt für eine mögliche Verurteilung im Vordergrund.

„Stalking“ bezeichnet das beabsichtigte und wiederholte Verfolgen und Belästigen eines Menschen, sodass dessen Sicherheit bedroht und dessen Lebensgestaltung schwerwiegend beeinträchtigt werden. Hinter einem Stalker kann sich sowohl der Ex-Partner, ein Freund oder ein Kollege verbergen, und eine Frau ebenso wie ein Mann, wobei rund 80 Prozent der Opfer weiblich sind.