Stalking

19.704 Menschen wurden 2015 Opfer von Stalking. Was man unter dem Begriff Stalking genau versteht, wann Stalking beginnt und welche Formen Stalking annehmen kann, erklären wir Ihnen auf dieser Seite.

Der Begriff „Stalking“ ist vom englischen Verb „to stalk“ abgeleitet und gehört dort in seiner ursprünglichen Bedeutung „sich heranpirschen / verfolgen“ zum Jagdvokabular. Die Polizei definiert Stalking als „das beabsichtigte und wiederholte Verfolgen und Belästigen eines Menschen, sodass dessen Sicherheit bedroht und er in seiner Lebensgestaltung schwerwiegend beeinträchtigt wird“. Dabei sammelt der Stalker Informationen, um seinem Opfer nachzustellen.

Wann beginnt Stalking?

Nicht jede SMS, nicht jedes unerwünschte Geschenk oder die zufällig erscheinende Anwesenheit einer unangenehmen Person gilt rechtlich als Stalking, auch wenn der Begriff umgangssprachlich oft so verwendet wird. „Stalking beschreibt ein aus einer Mehrzahl einzelner Handlungen zusammengesetztes Gesamtverhalten, das seit 2007 im Strafgesetzbuch unter §238 im Begriff „Nachstellung“ seine Entsprechung findet. Dazu gehören das Nachspüren, Heranpirschen, Auskundschaften, Auflauern, Verfolgen und Stellen von Personen als Handlungen, die darauf ausgerichtet sind, durch unmittelbare oder mittelbare Annäherung an das Opfer in dessen persönlichen Lebensbereich einzugreifen und dadurch seine Handlungs- und Entschließungsfreiheit zu beeinträchtigen“, sagt der spezialisierte Rechtsanwalt Hans Jürgen Stephan. Stalking hat damit auch immer eine psychologische Komponente, und oft gibt es eine persönliche Vorgeschichte. In der Mehrzahl der rund 20.000 Stalking-Fälle pro Jahr haben Täter und Opfer eine Beziehung beendet oder der Wunsch nach einer Beziehung wurde zurückgewiesen. Deutlich seltener kennen sich Opfer und Täter nicht persönlich oder nur flüchtig.

Formen von Stalking – ein Beispiel

In einem Fall von Rechtsanwalt Hans Jürgen Stephan begannen pubertierende Jugendliche, einer Mitschülerin in extremer Form nachzustellen: „Die Betroffene erhielt zu jeder Tages- und Nachtzeit Mitteilungen und Anrufe, in denen ihr genau mitgeteilt wurde, was sie gerade machte. Das Mädchen fühlte sich dadurch ständig beobachtet und verschloss zum Beispiel auch tagsüber die Jalousien, was wiederum in den Mitteilungen aufgegriffen wurde. Zusätzlich bestellten die Täter im Namen der Betroffenen diverse nutzlose Artikel bei Onlinehändlern, zunehmend mit sexualisierter Tendenz“, so Rechtsanwalt Jürgen Stephan. Nach der Überführung der Täter wurden diese wegen verschiedener Delikte strafrechtlich verurteilt.


In unserem Ratgeberbereich bieten wir Ihnen viele weiterführende Tipps und Informationen zum Thema Stalking und erklären, wie Sie Ihre Kinder schützen können.

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