So erkennen Sie, ob Ihr Kind gemobbt wird

21.05.2017 Mobbing in der Schule

Mobbing ist an Deutschlands Schulen stark verbreitet. Jeder sechste 15-Jährige klagt darüber, schon einmal gemobbt worden zu sein, wie eine Untersuchung im Rahmen der Pisa-Schulstudie ergab. Sie sind unsicher, ob auch Ihr Kind Opfer von Mobbing ist? Diese Anzeichen könnten dafür sprechen.

Ablehnung und Erpressung

Als „Mobbing" wird das Schikanieren und Attackieren von Mitschülern bezeichnet. Die über einen längeren Zeitraum anhaltenden Aktionen haben das Ziel, die Betroffenen ausgrenzen. Mobbing heißt ins Deutsche übersetzt „anpöbeln", „beleidigen". Die Opfer von Mobbing werden durch feindselige Angriffe, Ablehnung oder beispielsweise Getuschel hinter dem Rücken drangsaliert. Auch sexuelle Belästigung oder Erpressung können vorkommen.

Leider oftmals typisch für Mobbing-Opfer: Sie scheuen sich davor, ihren Eltern von der Schikane zu erzählen, weil sie sich dafür schämen. So können Sie als Eltern dennoch erkennen, ob Ihr Kind auf dem Schulhof oder im Internet gemobbt wird.

Mögliche Anzeichen für Mobbing

  • Ihr Kind geht auf einmal nur noch widerwillig zur Schule und/oder wird aus unerfindlichen Gründen immer schlechter in der Schule - Es zieht sich plötzlich zurück und erzählt im Gegensatz zu früher nichts mehr von seinem Alltag
  • Die systematische Schikane äußert sich auch durch körperliche Symptome: Allergien und ständige Kopfschmerzen sind ebenso möglich wie Schlafprobleme und Antriebslosigkeit. Im schlimmsten Fall können Depressionen und Ängste auftreten.
  • Beschädigte oder nicht mehr auffindbare Schulsachen sowie auf einmal komplett aufgebrauchtes Taschengeld kommen ebenfalls als Warnsignale in Frage, wenn Ihr Kind von seinen Peinigern beklaut oder erpresst wird
  • Bei Cybermobbing, Mobbing im Internet also, verhält es sich etwas anders: In diesem Fall nutzen Kindern auf einmal das Smartphone oder den PC deutlich weniger als sonst. Falls Ihr Kind Opfer von Cybermobbing ist, raten Sie ihm, alle Attacken im Netz zu dokumentieren, in dem sie die Nachrichten speichern oder Screenshots von den Angriffen machen.


Eltern sollten Ihren Kindern Sicherheit geben

Haben Eltern einen Verdacht, dass Ihr Kind gemobbt wird, sollten Sie es auf die veränderten Gewohnheiten ansprechen. Es ist gut möglich, dass ihr Kind die Situation erst einmal herunterspielt. Eltern sollten ihrem Kind vermitteln, dass es an den Problemen nicht selbst schuld ist. Dauert das Mobbing noch nicht so lange an, könnte es genügen, wenn Sie gemeinsam mit Ihrem Kind sein Verhalten in kritischen Situationen üben. Manchmal reicht es aus, wenn das Mobbing-Opfer dem Täter gegenüber verbal deutliche Grenzen aufzeigt. Geht das Mobbing schon länger, sollten Sie sich mit der Schulleitung in Verbindung setzen. Die muss das Problem schnell lösen, indem sie den oder die Täter zur Rede stellt und zum Aufhören bewegt.

Schulwechsel: ja oder nein?

Für viele Eltern von Kindern, die in der Schule gemobbt werden, scheint ein Schulwechsel der letzte Ausweg zu sein. Ein Schritt, der wohl überlegt sein sollte. Denn für Kinder und Jugendliche ist dies ein einschneidender Eingriff in ihr Leben. Psychologen raten nur im äußersten Notfall zu einem Wechsel: wenn die Schule beispielsweise nicht bereit ist, einzugreifen oder nicht fähig, das Mobbing zu stoppen.