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Mein Kind will im Ausland studieren

06.06.2017 Kinder im Ausland

Ein Studiensemester in Spanien oder ein Jahr an einer amerikanischen Highschool – Auslandsaufenthalte stehen bei Schülern und Studierenden hoch im Kurs. Kein Wunder, denn die Erfahrung prägt fürs Leben und macht sich bestens in der Vita. Woran die jungen Erwachsenen in ihrer Euphorie oft nicht denken: die Fallstricke. Welche versteckten Kosten gibt es? Ist die Krankenversicherung im Ausland überhaupt gültig? Brauche ich Zusatzversicherungen? Welche Vorkehrungen Sie als Eltern für den Aufenthalt Ihres Kindes treffen sollten, damit das große Abenteuer kein Reinfall wird, lesen Sie in diesem Artikel.

Studieren im Ausland: Kosten

Sofern Ihr Kind kein Stipendium für seinen Auslandsaufenthalt hat, sind Sie als Elternteil gefragt. Wie viel man fürs Studium im Ausland bezahlt, kommt auf das jeweilige Land und die Hochschule an. Damit einem die Kosten nicht über den Kopf wachsen, ist es wichtig, die jeweiligen Dimensionen zu kennen: In Frankreich und Skandinavien gibt es zum Beispiel keine Studiengebühren, in Spanien liegen sie mit 700 bis 1.400 Euro pro Jahr relativ niedrig. Am teuersten ist ein Studium in Amerika und in Australien. Dort zahlt man im Schnitt zwischen 11.000 und 17.000 Euro für ein Jahr. Doch es gibt auch Auslandserfahrung für den kleinen Geldbeutel: Wer gar keine Studiengebühren zahlen kann oder möchte, sollte an eine Partner-Universität der eigenen Hochschule gehen oder sich für ein Kooperationsprogramm wie Erasmus bewerben. In diesem Fall sparen Sie nebenbei auch viel Aufwand bei der Organisation. Unabhängig davon verlangen viele Universitäten im Ausland zusätzlich einen Semesterbeitrag für die Verwaltung, der jedoch meist nicht mehr als 100 Euro beträgt. Dazu kommen Mietkosten, die sich je nach Land unterscheiden. Mit 220 Euro für eine 1-Zimmer-Wohnung ist der Süden Spaniens beispielsweise besonders günstig.

Studieren im Ausland: organisatorischer Aufwand

Ein Semester im Ausland sollte von langer Hand geplant sein. Etwa 18 Monate vor Antritt der Reise sollte sich Ihr Kind sich entscheiden, in welches Land es will und wie lang der Aufenthalt dauern soll. Gibt es Kooperationen mit der Heimatuniversität? Welche Kommilitonen haben bereits Auslandserfahrung gesammelt? Hier können die Heimatuniversität oder das Studentenwerk Ihr Kind unterstützen und Kontakte herstellen. 15 Monate vor Antritt der Reise ist es wichtig zu klären, welcher Studiengang in Frage kommt, ob eine Fachprüfung erforderlich ist und wann die Einschreibefristen sind. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) hat auf seiner Website weitere Informationen dazu zusammengestellt (www.daad.de).

Checkliste

Drei Monate vor Antritt der Reise beginnt die heiße Phase. Achten Sie als Eltern darauf, dass folgende Punkte auf der Checkliste Ihrer Kinder abgehakt werden können:


  • Hat Ihr Kind an seiner Heimat-Universität für die Zeit des Aufenthalts ein Urlaubssemester beantragt?
  • Hat es sich einen internationalen Studierendenausweis besorgt?
  • Ist der Vertrag mit der Austausch-Universität oder dem College unterschrieben?
  • Ist die Unterkunft vor Ort organisiert und haben Sie die Wohnung in Deutschland gekündigt oder untervermietet, um Kosten einzusparen?
  • Ist die Anreise gebucht? - Funktioniert die Bankkarte im Ausland und ist die Bankverbindung geklärt?
  • Wenn nötig: Ist der Auslandsführerschein beantragt?
  • Wurde für den plötzlichen Krankheitsfall eine Reiserücktrittsversicherung abgeschlossen?
  • Sind alle weiteren nötigen Versicherungen wie Krankenversicherung und Haftpflicht abgeschlossen?

Studieren im Ausland: heißes Eisen Krankenversicherung

Sie denken, Ihr Kind ist durch eine solide Krankenversicherung in Deutschland auch im Ausland lückenlos abgesichert? Leider nicht. Doch wenn Sie die Sonderfälle kennen, können Sie vorbeugen.

Studieren innerhalb der EU: Anspruchsbescheinigung und Barzahlung

Bei einem Studienaufenthalt innerhalb der EU, in Norwegen, Liechtenstein und Island sowie in allen Ländern, die mit Deutschland ein entsprechendes Sozialversicherungsabkommen abgeschlossen haben, werden die Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse im Normalfall auch erbracht. Aber es empfiehlt sich, eine Anspruchsbescheinigung bei der Krankenkasse einzuholen, die den Versicherungsschutz im Gastland belegen kann. So gehen Sie auf Nummer sicher. Wichtig zu wissen: Im Gastland besteht nur Anspruch auf diejenigen Sachleistungen, die vor Ort gesetzlich vorgeschrieben sind. Die Versicherungsleistungen variieren von Land zu Land, sodass es zu Zuzahlungen kommen kann, die vom inländischen gesetzlichen Krankenversicherungsträger nicht übernommen werden. Stellen Sie sich darauf ein, dass medizinische Leistungen oft bar beglichen werden müssen. 

Private Zusatzversicherung

Bei zusätzlich anfallenden Kosten für medizinische Leistungen oder einen Rücktransport sollte man auch als Mitglied einer gesetzlichen Krankenversicherung eine private Zusatzversicherung abschließen. Wer aufgrund von Behinderungen und chronischen Krankheiten regelmäßig auf medizinische Leistungen angewiesen ist, sollte im Vorfeld die Gegebenheiten zur Sicherung der medizinischen Versorgung mit der eigenen Kasse und dem behandelnden Arzt besprechen und Informationen des Gastlandes einholen.

Studieren in Ländern außerhalb der EU

Bei einem Auslandsaufenthalt in einem Land, mit dem Deutschland kein Sozialversicherungsabkommen abgeschlossen hat, das auch die Krankenversicherung umfasst, erbringt die gesetzliche Krankenkasse in der Regel keine Leistungen. Das betrifft fast alle Länder außerhalb Europas – also beispielsweise auch die USA, Australien und Südafrika. Deshalb müssen sich Studierende in diesem Fall entsprechend den Ansprüchen des Gastlandes privat krankenversichern.

Sonderfall: Schüleraustausch an der Highschool

Ein Jahr an einer Highschool ist bei Schülern besonders beliebt. Nach einer Befragung des Deutschen Fachverband High School e.V. und des Bildungsberatungsdiensts sind 85 Prozent von ihnen zwischen 16 und 17 Jahre alt und wollen am liebsten in die USA, Kanada, Neuseeland, Großbritannien und Australien. Doch viele dieser Highschools akzeptieren nur eigene Versicherungen – selbst, wenn Sie Ihr Kind privat versichert haben. Ein Streitfall. Dennoch sitzt der Schüler am kürzeren Hebel, weil ohne die passende Versicherung ein Einschreiben in die Unterrichtsstunden oftmals nicht möglich ist. Deshalb sollten Sie sich unbedingt vorab informieren, ob die Highschool den Versicherungsschutz Ihres Kindes auch akzeptiert.