Verschwinden im Ausland


Was tun, wenn ein Kind im Urlaub oder auf Reisen verschwindet?

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, was passiert, wenn Ihr Kind im Ausland plötzlich verschwindet? Wir zeigen Ihnen, welche Szenarien vorkommen können und was dann zu tun ist.

Es ist der Alptraum eines jeden Elternteils: Das eigene Kind verschwindet. Passiert dies im Ausland, wird die eigene Hilflosigkeit durch die fremde Umgebung, sprachliche Barrieren und unbekannte Vorgehensweisen der Behörden noch deutlicher. Das Auswärtige Amt bietet leider nur sehr vage Informationen dazu, wie in einer solchen Situation vorzugehen ist: „Bei der Feststellung des Aufenthaltes von Personen im Ausland können Ihnen die Auslandsvertretungen der Bundesrepublik Deutschland möglicherweise Wege aufzeigen, wie eine Personensuche angestoßen werden kann,“ so heißt es auf der Homepage mit Verweis auf die einzelnen Konsulate.


Ab wann gilt ein Kind oder Jugendlicher als verschwunden?

„Für deutsche Staatsbürger gilt im Falle eines Verschwindens im Ausland die gleiche rechtliche Definition wie im Inland“, erklärt Rechtsanwalt Hans Jürgen Stephan. „Sobald der Aufenthalt einer minderjährigen Person unbekannt ist und sie ihren gewohnten Lebenskreis verlassen hat, gilt sie als vermisst. Während bei Erwachsenen noch geprüft werden muss, ob eine Gefahr für Leib und Leben bestehen könnte, etwa durch eine vermutete Straftat, eine Behinderung oder schwere Krankheit, geht der Gesetzgeber bei Minderjährigen grundsätzlich von einer Gefahr aus, solange keine Erkenntnisse oder Ermittlungen das Gegenteil beweisen.“

Neben dem Weg über die jeweiligen Behörden können auch international tätige private Suchdienste in Anspruch genommen werden. Da für den Suchenden sowohl der Organisationsaufwand als auch die Kosten sehr hoch sind, haben sich spezielle Versicherungen wie die s@fe kids-Versicherung von Robin Childhood diesem Thema angenommen. Sie beschäftigen weltweit spezialisierte Mitarbeiter, die aktiv vor Ort suchen, im Umgang mit den jeweiligen Behörden bestens vertraut sind und auch in den folgenden Beispielfällen Unterstützung anbieten.


Kleinkind im Urlaub verschwunden

Der Fall: Das eigene Kind verschwindet im gemeinsamen Familienurlaub. Schon Kleinkinder erkunden gern ihre Umgebung und gehen auf Entdeckungsreise. Ein unbeobachteter Moment in der Menge beim Städtetrip, bei der Kinderbetreuung im Hotel oder auf dem Spielplatz – schon ist das Kind verschwunden, ohne dass ihm die Konsequenzen und Gefahren seines Ausflugs bewusst sind.

Robin Childhood-Gründerin Kathleen Pohlers hat selbst einen solchen Fall erlebt: „Im Familienurlaub auf Kreta standen wir mit unserem damals dreijährigen Sohn im Getümmel am Buffet unseres Hotels. Während ich unsere Teller balancierte und keine Hand für ihn frei hatte, war er plötzlich in der Menschenmenge verschwunden und nicht mehr auffindbar. Tausend Gedanken schossen mir durch den Kopf, auch der Fall des Verschwindens der kleinen Maddie McCann in Portugal, ebenfalls in einer Hotelanlage. In diesem Moment fühlte ich mich total hilflos und wusste nicht, was ich tun sollte. Erst nach einer gefühlten Ewigkeit kam eine Hotelmitarbeiterin mit meinem Sohn auf dem Arm aus einem der Gänge. Auch wenn es in diesem Fall glimpflich ausgegangen ist – das waren die schlimmsten zehn Minuten meines Lebens.“


Auslandsaufenthalt von Minderjährigen

Der Fall: Beim Schüleraustausch, Au-Pair-Jahr, dem ersten Auslandsurlaub allein oder in einer Gruppe weit weg von Zuhause oder beim Auslandssemester sammeln Jugendliche erste und wertvolle Erfahrungen auf ihrem Weg ins Erwachsenwerden. Doch nicht jedes Land ist so sicher wie Deutschland, längst sind nicht alle Besonderheiten und Gesetze des Landes bekannt, nicht alle Zwischenfälle und Komplikationen eingeplant. Was können Eltern tun, wenn sich das Kind nicht zum vereinbarten Zeitpunkt meldet, nicht an seinem nächsten Ziel ankommt oder von Mitreisenden oder Freunden als unauffindbar gemeldet wird?

Alexander Spiegel, Gründer von Robin Childhood, hat sich ebenfalls Gedanken gemacht, was ein solcher Fall für ihn persönlich bedeuten würde: „Als mir meine Kollegin Kathleen Pohlers schilderte, wie sie kurzzeitig ihren Sohn verloren hatte, war mein ältester Sohn gerade in den USA. Wenn mich seine Freunde angerufen hätten, um mir zu sagen, dass er seit drei Tagen nicht nach Hause gekommen ist – was hätte ich wohl getan? Vermutlich wäre ich in den nächsten Flieger gestiegen, aber was hätte ich dann vor Ort tun können? In einer solchen Situation benötigt man nicht nur spezielle Fachkompetenzen, sondern muss auch die Gegebenheiten und Ansprechpartner vor Ort kennen – das kann man selbst nicht leisten.“


Elternteile im Ausland

In Zeiten der Globalisierung ist es nicht ungewöhnlich, dass Eltern oder Elternteile zeitweise oder dauerhaft in verschiedenen Ländern leben. In der Vergangenheit wurden dabei auch Fälle bekannt, bei denen das Kind ohne weitere Absprache von einem Elternteil ins Ausland gebracht wurde.


Die vermisste Person wird gefunden – und dann?

Sobald eine verschwundene Person gefunden wird, informiert die Polizei den Anzeigensteller und gibt das Kind schnellstmöglich an die sorgeberechtigten Eltern zurück. Bei verschwundenen Erwachsenen endet die Arbeit der Polizei mit dem Auffinden der gesuchten Person. Ihr Aufenthaltsort wird dem Anzeigensteller nur mit Einverständnis des nun Gefundenen mitgeteilt.


In unserem Ratgeberbereich bieten wir Ihnen viele weiterführende Tipps und Informationen zum Thema Kinder im Ausland und erklären, wie Sie Ihre Kinder schützen können.

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