So können Sie Ihre Kinder vor Cybermobbing schützen

14.04.2017 Cybermobbing

Ein generelles Internet-Verbot für Ihr Kind – das wäre die Lösung, um es vor Cybermobbing zu schützen. Dass das funktioniert, ist allerdings unrealistisch. Dennoch gibt es Möglichkeiten, Ihr Kind vor möglichen Attacken im Netz zu bewahren.   

 

Die besten Tipps, um Ihr Kind vor Cybermobbing zu schützen

  • Das A und O: Treten Sie mit Ihrem Kind in Dialog. Besprechen Sie miteinander, worauf es bei der Anmeldung in öffentlichen Netzwerken wie Facebook unbedingt achten sollte. Das Ziel: ein bewusster Umgang mit Daten.
  • Je weniger Informationen über Ihr Kind im Netz vorhanden sind, desto weniger Angriffsfläche haben Mitschüler oder Fremde. 
  • Beim Anmelden auf sämtlichen Portalen sollten nur die nötigsten Kontaktdaten angegeben werden. Zusätzlich die Sicherheits- und Privatsphäre-Einstellungen beachten. 
  • Chat-Kontakte oder Freundschaftsanfrage von Leuten, die Ihrem Kind nicht persönlich bekannt sind, sollte es ignorieren. 
  • In Chat-Rooms und Foren nur mit einem Pseudonym agieren. 
  • So wenig Fotos und Filme wie möglich von sich im Netz verbreiten – schon gar nicht öffentlich einsehbar. Wer Vertrauliches postet, muss damit rechnen, dass es andere sehen und kommentieren. 
  • Eigen-Recherche betreiben: Googeln Sie gelegentlich den Namen Ihres Kindes, um zu prüfen, was im Netz auftaucht. Falls Sie auf kompromittierende Inhalte stoßen: Wenden Sie sich an Betreiber der Seite. Bei Facebook ist das beispielsweise die deutschsprachige Seite www.facebook.com/safety. Aber erwarten Sie nicht zu viel: Die Firmen reagieren oft langsam. In schweren Fällen ist es sinnvoll, Anzeige bei der Polizei zu erstatten. 

Gehen Sie mit gutem Beispiel voran:

Schreiten Sie ein oder holen Sie Hilfe, wenn andere Cybermobbing- oder Mobbing-Opfer werden.

Ein Rest-Risiko bleibt

Doch egal, wie umsichtig Sie Ihre Kinder auf Gefahren im Netz aufmerksam machen – ein Rest-Risiko bleibt. Jeder dritte zwischen 12 und 19 Jahren ist aktuellen Zahlen nach schon einmal mit Cybermobbing in Berührung gekommen, zum Beispiel durch Freunde, die Opfer wurden. Bereits jeder vierte Jugendliche ist selbst schon einmal im Netz drangsaliert und gedemütigt worden.   

Oft sind Mitschüler die Täter

Cybermobbing findet entweder durch E-Mails, Instant-Messenger-Nachrichten, Videos auf Portalen wie Youtube, in Sozialen Netzwerken, Chats oder via Smartphone statt, beispielsweise über WhatsApp. Oft handelt der Täter – den man „Bully“ (deutsch: Tyrann) nennt – anonym. Sodass das Opfer nicht weiß, von wem die Angriffe stammen. Bei Cybermobbing unter Kindern und Jugendlichen kennen Opfer und Täter einander meist auch im echten Leben. Die Opfer haben fast immer einen Verdacht, wer hinter den digitalen Mobbing-Angriffen stecken könnte. Denn in der Regel geht Cybermobbing unter Jugendlichen von Personen aus dem näheren Umfeld aus, der Schule oder dem Wohnviertel.